Tips für Baufrauen und Bauherren - Erfahrungen eines Bauherren und einer Baufrau

Huch jetzt erst beim Relaunch der Homepage ist mir aufgefallen, daß ich hier 10 Jahre lang keine gendergerechte Überschrift hatte (war bis jetzt Tips für Bauherren - Erfahrungen eines Bauherren) und nur das generische Maskulinum verwendet habe - das tut mir sehr leid und wird hiermit abgeändert.

 

  • Große Vorsicht bei der Wahl des Baumeisters oder Baumeisterin / der Hausfirma walten lassen. Lieber eine grössere, bekannte Firma auswählen.
  • Kaufen Sie nie voreilig auf Messen, das sind Lockangebote.
  • Keinen Vorvertrag unüberlegt unterschreiben, Vorverträge sind rechtsverbindlich
  • Bei Bauträgern oder Bauträgerinnen große Vorsicht walten lassen.
  • Nehmen Sie Sich genug Zeit und planen Sie 50% als Zeitreserve fürs Bauen ein! Sie werden Sie brauchen!
  • Achten Sie genau auf den Wandaufbau! Einige Firmen kleben die Dampfbremse direkt unter die Gipskartonplatte, die schaut dann aus wie Schweizer Käse, wenn Steckdosen und Schalter montiert werden oder Kastln aufgehängt werden.
  • Unterschreiben Sie einen Fertighaus-Kaufvertrag nicht vor der 3 Beratung. Nein, auch nicht bei Bau mein Haus.
  • Einige Hausfirmen kommen mit dem Schmäh: nur heute gilt diese Aktion, der Chef/die Chefin ist nur heute da zum Unterschreiben etc. Das ist Bauernfängerei oder Bäuerinnenfängerei.
  • Nehmen Sie die Beine in die Hand, wenn ein Handwerker oder eine Handwerkerin sagt: "Das machen wir schon..." Meistens wird da das unausgesprochene Wort "irgendwie" geistig hinzugefügt und das bedeutet dann meistens "Das machen wir schon irgendwie, das dichten wir mit Silikon ab..."
  • Ein Architekt oder eine Architektin als Generalunternehmer oder Generalunternehmerin hat perverse Phantasien und vergewaltigt die Geldbörse oder den Geldbeutel. Nur Planzeichnen ist OK
  • Bei Vertragsunterzeichnung zählen keine mündlichen Absprachen.
  • Beim Bauen sind mehr Freunde, die helfen, besser als weniger. Sie sollten aber nicht betrunken sein.
  • Kundenkarten bei diversen Baumärkten sind allesamt Bauernfängerei oder Bäuerinnenfängerei.
  • Bei Handwerkern oder Handwerkerinnen hilft oft Lästigsein, damit was passiert.
  • Leute von der EVN und der Gemeinde sind viel hilfsbereiter als ihr Ruf.
  • Überprüfen Sie sämtliche Unterlagen mindestens 3x, bis Sie etwas unterschreiben oder akzeptieren.
  • Eine Rechtschutzversicherung ist kein rausgeschmissenes Geld.
  • Wer zuerst baut, baut nicht immer richtig.
  • Zusätzlich zum Kredit braucht man einige Versicherungen. Die Anbieter und Anbieterinnen sind reine Halsabschneider und Halsabschneiderinnen.
  • Wer eine Bauhütte in sengender Hitze aufstellt, sollte Sonnencreme benutzen oder mehr Schatten-Pausen machen.
  • Wer wichtige Originalunterlagen wie NÖ Förderungsanträge per Post schickt (auch Einschreiben) ist selbst schuld. Sie werden früher oder später verschwinden...
  • Eine Hausfirma beschreibt ihr Haus als Villa, liefert ein Wochenendhaus und verrechnet einen Palast.
  • Wichtige Messungen immer 2x unabhängig voneinander zu unterschiedlichen Zeitpunkten machen.
  • Wir mussten unsere Kellermonteure immer ausfragen, von alleine erklärten sie nur das Notwendigste. (hier ists richtig, da keine Kellermonteurinnen dabei waren)
  • Die Daten (Anzahl, Abmessung und Lage von Fenstern und Türen) des Energieausweises genau prüfen, ebenso U-Werte
  • Betonbestellung 25+Rest bedeutet mindestens 25 Kubikmeter, nach der letzten Fuhre wird dem Betonwerk telefonisch mitgeteilt, wieviel man noch braucht.
  • Bitumenfarbe bekommt man mit Nitroverdünnung weg, noch besser gehts mit Waschsand.
  • Der Kelleraushub kostet ca. 40% vom Hinterfüllen und Drainagieren des Kellers.
  • Beim Kellerauspumpen mindestens einen 5/4 Zollschlauch nehmen, bei dünneren Schläuchen verstopfen leicht die Kupplungen durch Sägespäne etc. Ausserdem gehts um ein Vielfaches schneller als bei einem Halbzollschlauch
  • Um eine Bauhütte gegen Wind zu schützen, reichen keine x-beliebigen Holzpfosten, die 40cm ins Erdreich eingeschlagen werden...
  • Bei der Elektroplanung Leerrohre für Heizungs-Raumregelung, SAT und TV, PC Verkabelung, Alarmanlage, Heimkinoanlage, Heizungsaussentemperaturfühler, Raumthermostat, Rauchmelder und Rauchmelderinnen, etc. nicht vergessen.
  • Viele Hausfirmen verwenden gerne Feuchtraumkabel ohne Schläuche in ihren Wänden. Davon ist dringend abzuraten, falls mal ein Kabel ausgetauscht werden soll, oder etwas erweitert werden muss.
  • Bei U-Werte von Fenstern wird von Fensterfirmen meistens der U-Wert vom Glas (Uglas) angegeben, der wesentlich besser ist, als der eigentliche U-Wert des Fensters (Uwindow).
  • Wenn Sie Eigenheimförderung bekommen, suchen Sie bei der Gemeinde um Grundsteuerbefreiung an! (vor Benützungsbewilligung)
  • Bei Elektroschläuchen, die mehrere Bögen aufweisen oder in den Aussenbereich führen, so früh wie möglich einen Führungsdraht "Vorspann" einziehen.
  • Schläuche und Kabel zum E-Verteiler und E-Verteilerin unbedingt beidseitig beschriften
  • In gedämmten Hohlwänden dürfen angeblich keine Drähte in Schläuchen verlegt werden.
  • Gleich am Beginn des Hausbaues verschiedene beschriftete Mistsäcke aufstellen und alle anhalten, den Müll zu trennen, sonst werden sie am Mistplatz eventuell nicht angenommen.
  • Wenn man gegenüber den Fertighaus- Monteuren und Monteurinnen "Blower Door Test" erwähnt, wird die Gebäudedichtheit viel ernster genommen.
  • Sämtliche Löcher in der Dampfbremse gleich nach dem Aufstellen zukleben, später vergisst man/frau drauf oder findet sie nicht mehr...
  • Genau kontrollieren, was im Bemusterungsbogen steht und was geliefert wird!
  • Überschätzen Sie sich nicht bei geplanten Eigenleistungen, vorallem zeitmässig!
  • Einen Tag pro Woche (Sonntag) zum Ausschlafen und zur Entspannung einplanen.
  • Mistplätze in Wien übernehmen Bauschutt, Plasikmüll, Holzspäne gratis. Wiener Autokennzeichen ist allerdings erforderlich
  • Ordnung bei Werkzeug und Material ist sehr vorteilhaft. Sonst verbringt man 30% der wertvollen Arbeitszeit mit Suchen...
  • Die meisten Handwerker und Handwerkerinnen sind Ferkel, lassen Mist und Werkzeug einfach fallen, wo sie sind, auch wenn grade gesäubert wurde.
  • Wichtig sind Kontrolle der Pläne, Anwesenheit auf der Baustelle, Kontrolle der Arbeiten, telefonische Kontrolle bei Abwesenheit von der Baustelle
  • Bei der Abnahme des Hauses schadet es nicht, wenn ein Bausachverständiger oder eine Bausachverständige /Bauberater oder Bauberaterin dabei ist, der/die sich alles anschaut. Besser noch, wenn er/sie 1 - 2 Mal zwischendurch vorbeischaut.
  • Unbedingt alle Handwerker oder Handwerkerinnen- und Materialrechnungen aufheben und Lohnsteuerausgleich - Ja die Arbeitnehmerveranlagung/Arbeitnehmerinnenveranlagung- machen.
  • Von allen wichtigen und scheinbar unwichtigen Details Fotos machen.
  • Wer genauer schleift braucht weniger oft Ausbessern.
  • Vor dem Bohren in Fliesen mit einem Nagel die Stelle vorkörnen.
  • Arbeitshandschuhe und Cuttermesser bekommen sehr oft Füße, gut drauf achtgeben und bei Bedarf, verdächtig wirkende Helfer und Helferinnen aussackln.
  • Angebote zeitgerecht vorher einholen, manche Firmen reagieren auf mails erst 2 Wochen später. Zeitlimit für Angebote ins mail schreiben!
  • Lieber Aufträge selbst vergeben, als SUB- Firmen der Hausfirmen ranlassen.
  • Beim Heizung Anschließen kann es sein, daß der Installateur oder die Installateurin einen Elektriker oder eine Elektrikerin hinzuziehen muß, wenn er/sie die Elektroleitungen nicht selbst anklemmen darf. Vorher absprechen schadet nicht.
  • Wenn man sich einen Transporter oder eine Transporterin ausborgt, sollte man den Hausschlüssel nicht im eigenen PKW liegen lassen, man tut sich einfach leichter, wenn man das Haus normal aufsperren kann.
  • Stiegenhaus spachteln ist leichter als man denkt, mit der richtigen Leiterin / dem richtigen Leiter und dem richtigen Hilfsmaterial
  • Spätestens nach dem Spachteln und vor dem Streichen ein generelles Rauchverbot im Haus aussprechen! Was sich Arbeiter und Arbeiterinnen mal angewöhnt haben ist ihnen nur schwer wieder abzugewöhnen.
  • Um geschimmelter Farbe im Kübel zu vermeiden: Farboberfläche gut mit Küchenfolie abdecken und senkrecht am Rand gut überlappen lassen, damit keine Luft dazukommt.
  • Bei der Übersiedelung der Möbel sind 20 Helfer besser als 2 und 40 Helferinnen besser als 4.
  • Dachschrägen gut dämmen, also mehr als 20cm.
  • Tauchpumpe (große Menge, geringe Höhe) und Tauchdruckpumpe (normale Menge, größere Höhe) sind nicht gleichwertig in ihrer Anwendung.
  • Wenn die Heizung an eine Wand montiert wird und genug Zeit ist, vorher die Wand verputzen, spachteln, etc., sonst wird es eine ziemliche Schnöslerei, Zwischen den Geräten, Speichern, Röhrln und Kabeln die Wand zu verschönern.
  • Schlauchanschlüsse (und Schlauchschellen) immer gut prüfen, damit der Keller nicht naß wird .
  • Bei Auswählen der Lampen und Leuchten schauen, daß (austauschbare) LED Leuchtmittel verwendet werden können.
  • Bei Türenkauf etc. sicherheitshalber immer Naturmaße nehmen.
  • Als Brillenträger oder Brillenträgerin sicherheitshalber immer eine eigene Arbeitsbrille tragen, da sonst beim Schneiden mit der Flex / dem Winkelschleifer, betonieren usw. die Brillengläser leiden.
  • Selten benötigte Maschinen (Steintrennmaschine, Rüttelplatte, Rasenwalze, etc.) beim Baumarkt, Lagerhaus etc. ausleihen.
  • Auch wenn Sie schlüsselfertig bauen, meistens sind die Anschlußkosten für Wasser, Strom, Kanal. Gas nicht im Hauspreis enthalten. Die Hausfirmen legen die jeweiligen Leitungen meist bis zur Bodenplatte, wie der Strom vom Strombock/Stromziege an der Grundgrenze ins Haus kommt, bleibt dem Bauherren oder der Baufrau überlassen. Kleiner Tip: Anschlußkosten setzen sich mal aus Kosten für Elektriker/Elektrikerin, Installateur/Installateurin, etc. (der, der oder die, die die Röhrln verlegt) und der Abgabe für den Energieverbund (daß man überhaupt an Zähler bekommt)zusammen, und sind gar nicht so wenig.
  • Bei der Planung von Dachflächenfenstern drauf achten, dass sie nicht zu hoch eingebaut sind, also daß man sie und natürlich frau - wenns mal offen sind - wieder leicht schliessen kann.

 

Falls mir nach diesem vollkommen gendergleichen Text manche Damen an die Gurgel springen wollen, Ihr habt grundsätzlich Recht, man oder frau kann jeden Text gendermässig übertreiben und zu Tode verstümmeln. Ich muss zugeben, beim vorletzten Punkt mußte ich auch 4x über die Installateurin, die die die Röhrln... drüberlesen, ob ich jetzt eh kein "die" zuwenig oder zuviel hab...

Generell gilt, ich spreche Weiblein wie Männlein gleichermaßen an, auch wenn ichs im Text nicht immer explizit dazuschreibe.